Beregnungsverbot für Obstbauern in Südtirol
Beregnungsverbot für Obstbauern in Südtirol
22-7-2026
Obstbauern in Südtirol dürfen ihre Apfelanlagen vorerst zwischen 6.00 und 21.00 Uhr nicht mehr beregnen. Die Bewässerung mittels Tropfbewässerung bleibt jedoch erlaubt. Das Beregnungsverbot ist eine der Maßnahmen, mit denen einer Wasserknappheit vorgebeugt werden soll. Aufgrund geringer Schmelzwassermengen aus den Bergen, anhaltender Trockenheit und hoher Temperaturen ist die Wasserführung der Etsch in den vergangenen Tagen wiederholt unter 80 m³ pro Sekunde gesunken. Die Etsch entspringt am Reschenpass und fließt durch die Südtiroler Obstbaugebiete sowie durch die Städte Meran, Bozen, Trient und Verona bis in die Adria. Führt die Etsch weniger als 80 m³ Wasser pro Sekunde, kann salzhaltiges Meerwasser zu weit ins Landesinnere vordringen und Trinkwasserquellen verunreinigen.
Wo kein Beregnungsverbot gilt, wird die Bevölkerung dringend dazu aufgerufen, mit Wasser „äußerst sparsam und effizient“ umzugehen und den Verbrauch „auf das unbedingt notwendige Minimum“ zu beschränken.
„Wasser ist das neue Gold“, sagt Jürgen Braun, Obstbauer und Geschäftsführer des Sortenmanagementunternehmens Adema. Nicht ohne Grund wird in der Züchtung neuer Apfelsorten bereits seit Jahrzehnten gezielt nach Sorten gesucht, die mit Wasserknappheit, der globalen Erwärmung und anderen Folgen des Klimawandels besser zurechtkommen.
Die Landwirtschaft ist in Südtirol mit Abstand der größte Wasserverbraucher. Pro Jahr verbraucht der Sektor 150 Millionen m³ Wasser. In der Region gibt es 8.000 Beregnungsanlagen, die aus 6.200 Quellen gespeist werden.
Auch private Gärten sowie öffentliche oder touristisch genutzte Rasenflächen dürfen nicht mehr beregnet werden. Die für Südtirol wichtige Hotellerie mit ihren Schwimmbädern wird dagegen nicht ausdrücklich erwähnt. Das stößt bei vielen Einwohnern auf Unverständnis.
Eine Südtiroler Tageszeitung brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Solange die Wellnesszentren mit ihren Schwimmbädern ungestört weitermachen können, braucht mir niemand etwas über Wassersparen zu erzählen.“ (Quelle: Fruchthandel.de)